Verjüngungskur für alte Linden im Schweriner Schlossgarten

Die alten Linden auf der Kaskade im Schweriner Schlossgarten bekommen eine Verjüngungskur verordnet: Ab 4. Oktober soll ein umfassender Pflegeschnitt die seit Jahren "verwilderten" Bäume wieder in Form bringen. Die Einkürzung der Kronen ist die einzige Chance, die Lebenserwartung der alten Bäume zu verlängern. Mit spezieller Hubtechnik werden Fachleute die zum Teil 250 Jahre alten Linden auf der Kaskade bearbeiten. Durch die über Jahrzehnte vernachlässigte Pflege sind in den ehemals geometrisch gestalteten Quartieren heute waldartige Strukturen entstanden. Eine Vielzahl der vorhandenen Bäume ist auf Grund des ungezügelten Wuchses, der Schiefstellung und der ungebremsten Höhenentwicklung mittlerweile extrem windbruchgefährdet. Die Pflegemaßnahmen, die nun kurz vor Beginn der zu erwartenden Herbststürme durchgeführt werden, ermöglichen den Erhalt der Bäume. Die Bäume werden bei dieser Maßnahme von Totholz befreit und etwa um ein Drittel eingekürzt.

Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL-MV), die durch das Finanzministerium mit der Pflege und Instandsetzung des Schlossgartens betraut wurde, hat sich zu dieser Maßnahme entschieden, da sie die einzige Chance bietet, die Lebensdauer der alten Bäume zu verlängern. Ansonsten besteht die akute Gefahr, dass die Bäume den nächsten Stürmen zum Opfer fallen.

Die Pflegemaßnahmen wurden bereits vor einem Jahr in einem Symposium diskutiert, an dem sich Gartenfachleute aus ganz Deutschland beteiligt haben. Die Experten haben sich nachdrücklich dafür eingesetzt, den Bestand wegen seiner historischen und ökologischen Bedeutung so lange wie möglich zu erhalten. Bei entsprechender Pflege wird die Restlebensdauer auf ca. 50 Jahre geschätzt. Nach Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und der Unteren Naturschutzbehörde steht den Pflegeschnitten nun nichts mehr im Weg.